Erfahrungsbericht Ozone Mantra M 3 / Sup'Air Hybrid

Am 30.04.2009 ist es endlich soweit, die Mosel Open startete und ich bin als einer von 90 Piloten angemeldet. In den letzten Jahren kam ich bei meinen Wettbewerben immer irgendwie ins Mittelfeld. Ich war also gespannt, was in diesem Jahr raus kommen würde!

Im Vorfeld war ich schon einige Zeit mit mir am Hadern, welchen Schirm ich in dieser Saison fliegen soll und auch was mein Gurtzeug angeht, war ich nicht mehr ganz zufrieden. Geschlossene Wettkampfgurtzeuge waren mir zu schwer und zu unhandlich,  mein offenes Gurtzeug wegen seiner aerodynamischen Nachteile nicht mehr auf der Höhe der Zeit, speziell in einem Wettkampf.

Ein potentieller Schirm für die neue Saison war der Ozone Mantra M 3. Pepe Malecki schwärmte mir mehrfach von den Eigenschaften seines Ozone Mantra R 09 vor und meinte, vieler dieser Eigenschaften seien auch im Serienmodell M 3 umgesetzt worden. Als dann auch noch pünktlich zur Mosel Open ein Demo Gerät im M verfügbar war, stand mein Entschluss fest diesen im Wettkampf zu fliegen.

Fehlte also noch ein adäquates Gurtzeug. Hier wurde ich mit dem Sup'Air Hybrid fündig. Superleicht durch einen Airbag, als Wendegurtzeug ausgelegt und mit einem abnehmbaren Beinsack versehen war das genau wonach ich gesucht habe. Also probesitzen, einstellen und mitnehmen!

Jetzt sagt man ja im Allgemeinen, auf keinen Fall zwei Teile der Ausrüstung gleichzeitig wechseln, aber sei es drum, ich hatte ja immer noch meinen gewohnten Helm!

Und so stehe ich dann am 30.04 mit meiner komplett neuen Ausrüstung am Start und bin eigentlich recht froh, dass der erste Task wegen mangelnder Thermik nichts wird. So habe ich Zeit für einen kurzen Flug. Ich kann mich direkt als einziger in einer schwachen Thermin halten. Glück? Können? Schirm? Egal, sicher von allem etwas.

Fazit: Der ganze Kram fliegt zumindest und säuft auch nicht direkt ab!

Die Aufgabe am nächsten Tage ist 50 KM Strecke von Burgen über Mehring nach Losheim. Ich starte relativ spät und habe direkt gegen das Absaufen zu kämpfen. Wie bereits beim ersten Flug, hilft mir auch diesmal die tolle Steigleistung des Mantra. Er ist sehr flach und präzise zu drehen und so schraube mich einigen Piloten vorbei langsam nach oben.

Am Deckel den Hahn angekommen gehe ich ins Gas. Der Beschleuniger lässt sich sehr leicht betätigen und der Mantra zieht in einer beeindruckenden Stabilität seine Bahn. Mein Grinsen wird vermutlich auch von meinen Begleitern wahrgenommen. Obwohl ich den Schirm nur wenig über der Mitte fliege (93 kg bei 82kg – 102kg), geht die Kiste phänomenal und mit einigen Zwischenrunden komme ich 1400 Meter über Mehring an und auf geht’s ins Saarland.

Von dort an war die Sache ein Kinderspiel, ich drehe noch einmal bis auf über 2000 Meter auf und komme mit einer satten Höhe in Losheim an. Spaßig wurde es noch einmal, als nacheinander meine beiden GPS Empfänger ausfielen und ich im Flug Batterien wechseln musste. Nicht wirklich zu empfehlen!

Nach knapp drei Stunden in der Luft landete ich in Losheim und erntete staunende Blicke, als ich mein Material auf etwas wenig als die Hälfte aller sonstigen Ausrüstungen zusammenpacken konnte.

Fazit: Erster richtiger Flug und direkt Goal!

Den nächsten Tag können wir eigentlich streichen, da ich mich in der einzig startbaren Phase um falsch geparkte Autos kümmern musste und so nicht in die Luft kam.  Als Vorsitzender der Moselfalken e.V. muss man sich halt um alles kümmern. Als ich dann mit Starten an der Reihe war, gab es weder Thermik noch Wind von vorne.

Am Sonntag wurde es dann spannend. Eine kleine Aufgabe führte uns zunächst in Klüsserath hin und her und dann nach Mahring. In der Luft war zunächst JoJo Fliegen angesagt, wobei ich mit der Stabilität des Mantra sehr froh war, da ich nicht einen Klapper kassiert habe, obwohl ich es manchmal verdient hätte. Nach dem Aufdrehen in Klüsserath wähle ich eine Route über Burgen und flog  über Lieser gegen einen 20er Wind zum Landeplatz nach Mahring. Auch dabei macht mein Schirm eine sehr gute Figur und ich lernte die verbesserte Aerodynamik meines Gurtzeugs sehr zu schätzen. Endlich komme ich auch gegen den Wind gut voran!

Fazit: Zweiter Flug und wieder Goal!

Jetzt war ich natürlich auf mein Ergebnis gespannt. Als ich dann auf der Siegerehrung als zweiter der Rheinland-Pfalz Meisterschaft aufgerufen wurde, war ich doch für einen kurzen Moment sprachlos, was mir selten passiert. Vor mir war nur noch Stefan Jung platziert, der mit seinem Mantra R09 ja quasi ein Teamkollege ist!

Letztes Fazit: Man kann auch ruhig Gurt und Schirm gleichzeitig wechseln, die neuen Teile sollten nur richtig gut sein!

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