Pasha III Tandem von Mac Para

Wenn es um die Tandemfliegerei geht, kann man mich durchaus als konservativ bezeichnen. Ich fliege seit Jahren mit demselben Schirm, auch wenn ich mir bereits mehrfach neue Modelle meines vertrauten Schirms zugelegt habe.  Der Schirm ist auch kein Geheimnis, es ist der Independence Speed S. Da ich mit 70 kg recht leicht bin, komme ich bei den meisten Gästen mit der kleinen Größe (bis 185 kg) besser klar als mit dem großen Tandem (bis 220 kg).  Ich habe auch schon verschiedene Modelle anderer Hersteller probiert, so richtig überzeugen konnte mich bisher jedoch kein anderes Tandem.

Einen ganz großen Vorteil haben übrigens kleine Tandems für leichte Piloten wie mich. Wenn es früher an die Verteilung des Copiloten ging, dann hieß es bei mir immer, nimm Du mal den Mann mit, dann hast Du auch ein akzeptables Startgewicht, ich kümmere mich um seine Frau! So musste ich einige Jahre lang eher kräftige Herren durch die Luft befördern, während meine Kollegen mit den leichten Mädels fliegen konnten. Ich habe natürlich nichts gegen Copiloten, aber mit einem netten Mädel fliegt es sich doch noch etwas schöner…

Aus diesem Grund achte ich bei der Schirmauswahl darauf, dass es eine kleine Größe gibt, um nicht wieder in alte Probleme zu geraten. Leider fallen dadurch schon einige Tandems durch mein Raster. Nicht so der nagelneue Pasha III von Mac Para. Den gibt es in zwei Größen von 120-195 kg und von 145 – 220 kg. Also habe ich mir den Kleinen als Probeschirm kommen lassen und auf geht‘s.

Das Wetter sieht gut aus, auch wenn der Wind relativ kräftig ist. Ich möchte den Schirm mit zwei Copiloten testen, einen im Gewicht am oberen Ende der Skala und einen in der Mitte.

Wegen des kräftigen Windes beschließe ich, mit dem Test am oberen Ende der Skala zu beginnen. Mein Gast wiegt ca. 80 kg, somit haben wir ein Abfluggewicht von etwa 185 kg. Beim Auslegen fällt direkt auf, dass die Leinen des Pasha sehr einfach zu sortieren sind und auch nicht zum Verhaken neigen. Die Konstruktion ist sauber, zwischen den A-Leinen fallen jedoch mehrere Leinen auf, die wohl der Zugsicherung dienen.

Nach einer Kontrolle und dem Einhängen erfolgt der Start, der mich direkt positiv überrascht. Der Schirm neigt trotz des starken Windes nicht zum Vorschießen und bleibt fast ohne Bremsimpuls über mir stehen. Hier ist mein Speed sensibler und will deutlich kräftiger angebremst werden. In der Luft fallen sofort die sehr angenehmen Steuerdrücke auf. Der Schirm geht leicht in die Kurve und fliegt sich wie ein Solo Intermediate. Also Thermik suchen und eindrehen. Das gelingt wegen des kräftigen Windes leider nicht so gut, bis auf der Mosel eine Thermik ankommt, die sogar leichte Schaumkronen hochwirbelt. Ich bereite mich also schon mal darauf vor, dass es gleich rappelt und schaue nach oben. Keine Minute später geht es los und die leider zerrissene Thermik zieht mit Vehemenz an der Kappe. Die lässt sich davon aber nicht weiter beeindrucken und spurt sauber ihre Bahn. Auch das beeindruckt mich und der Stabilitätstest fällt daher sehr positiv aus. Danach wird der Flug unspektakulärer und auch die Landung ist absolut problemlos. Ausflairen lassen, dann voll bremsen und wir stehen ohne einen Schritt laufen zu müssen auf der Wiese.

Der zweite Flug fällt genau so positiv aus. Auch mit einer Beladung um 150 kg fliegt der Schirm einwandfrei und neigt nicht zu einem teigigen Handling, wie ich das von anderen Schirmen kenne, die im mittleren bis unteren Bereich geflogen werden. Meine Copilotin ist auch begeistert, aber das hat wohl nichts mit dem Schirm zu tun, da es ihr erster Flug war.

Fazit: Der Pasha III ist eine sehr positive Überraschung und stellt eine tolle Alternative für ambitionierte Tandempiloten dar. Die Steuerkräfte sind gering, das Handling ist schön und präzise, die Start- und Landeeigenschaften idiotensicher. Bleibt nur ein Wehrmutstropfen, der Name! Da ist wohl etwas zu viel tschechisches Adrenalin  im Spiel gewesen, aber was soll‘s.

 
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